New Work und Work-Life-Balance

Die neueste Generation von Arbeitnehmern hat auch neue Ansprüche: Während Jobsuchende sich früher von Mitarbeiterangeboten wie dem kostenlosen Dienstwagen überzeugen ließen, legen sie heute Wert auf innovative Arbeitsplätze und ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Beruf und Privatleben. Das haben auch viele Unternehmen erkannt – und ihre Strategie beim Recruiting angepasst.

Die neuen Ansprüche der Arbeitnehmer

Der Fachkräftemangel ist allgegenwärtig. Und so müssen sich Arbeitgeber heute einiges einfallen lassen, um bei der Suche nach ihren Wunschkandidaten erfolgreich zu sein. Eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt, auf welche Benefits sie dabei setzen. Ein Großteil der Unternehmen hat erkannt, dass ein moderner Arbeitsplatz mit guter technischer Ausstattung hoch im Kurs bei Bewerbern steht. 55 Prozent aller befragten Firmen stellen ihren Angestellten die neuesten Notebooks, Smartphones und Tablets zur Verfügung. 60 Prozent erlauben sogar die private Nutzung von Diensthandy und Co.

Viele finanzieren außerdem die Fahrt mit dem öffentlichen Nahverkehr: Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (54 Prozent) zahlen ihren Mitarbeitern das Jobticket. Noch größer ist der Anteil der Firmen, die ihren Angestellten flexible Arbeitszeit ermöglichen – und damit dem New-Work-Prinzip folgen. Laut Bitkom ist bei 71 Prozent Gleitzeitarbeit üblich, bei 46 Prozent gilt Vertrauensarbeitszeit.

Attraktiver Arbeitsplatz durch Mitarbeitervorteile

Spezielle Benefits können auch direkt mit den Dienstleistungen des Unternehmens im Zusammenhang stehen. Verkehrsunternehmen wie die Deutsche Bahn bieten ihren Mitarbeitern und deren Familien beispielsweise Freifahrten mit verschiedenen Ticket-Optionen an. Andere fördern die Work-Life-Balance ihrer Mitarbeiter.

So richtet zum Beispiel die Techniker Krankenkasse ihren Mitarbeitern ein Lebensarbeitszeitkonto ein. Damit können die Angestellten Arbeitszeit und einen Teil des Gehalts ansparen und sich zu einem vereinbarten Zeitpunkt unter Bezahlung freistellen lassen oder früher in den Ruhestand gehen. Der Finanzdienstleister Swiss Life Select unterstützt Mitarbeiter unter anderem bei der Organisation der Kinderbetreuung – am Standort Hannover sogar mit einem eigenen Kindergarten –, bietet fachliche Weiterbildungsprogramme und Personalrabatt für die unternehmenseigenen Produkte.

Materielle Angebote verlieren an Bedeutung

Vorteile, die früher besonders beliebt waren, rücken heute zunehmend in den Hintergrund. Laut Bitkom versuchen nur 12 Prozent der befragten Unternehmen, Bewerber mit einem Dienstwagen zu locken, der einst als echtes Statussymbol galt. Auch ein überdurchschnittliches Gehalt wird nur selten als Argument vorgebracht. Nur 9 Prozent stellen die Höhe der Vergütung im Bewerbungsgespräch ausdrücklich als Vorteil heraus. Noch seltener werden Jobsuchende mit einem Bonus bei Antritt der Stelle geködert. Das versuchen nur 2 Prozent der von Bitkom befragten Personalverantwortlichen und Geschäftsführer.