Berufsbild PTA: Was macht ein Pharmazeutisch-technischer Assistent?

Apotheken sind ein fester Bestandteil nahezu jeder Stadt oder Gemeinde. Oft gibt es sogar mehrere von ihnen. Die Karrierechancen für Beschäftigte scheinen in Apotheken folglich rosig. Das gilt auch für Pharmazeutisch-technische Assistenten. Hieß das Berufsbild früher noch Apothekerassistent, ist heute die Abkürzung „PTA“ geläufig.

Welche Aufgaben PTAs erfüllen, wie sich die Ausbildung gestaltet und mit welchem Gehalt Du rechnen kannst, erfährst Du im Folgenden.

Pharmazeutisch-technischer Assistent: Die Rahmenbedingungen für die Ausbildung

Die Ausbildung zum Pharmazeutisch-technischen Assistenten ist beliebt. Dass die Absolventen später auch bei den Arbeitgebern einen Platz finden, untermauert die steigende Anzahl der PTAs in deutschen Apotheken.

Gab es 2017 noch 65.823 von ihnen, waren es 2018 bereits 66.906. In 2019 stieg die Anzahl der PTAs noch einmal auf 68.277. Spannend daran ist auch, dass die Frauenquote 2019 laut dem statistischen Jahrbuch der ABDA bei rund 97 Prozent lag. Die Wahrscheinlichkeit, dass Du in einem vorrangig weiblichen Kollegenkreis tätig sein wirst, ist also groß.

Als Voraussetzung für die Ausbildung zum Pharmazeutisch-technischen Assistenten gilt die mittlere Reife. Darüber hinaus gibt es noch weitere Aspekte, die individuell erfragt werden und zu einer Aufnahme oder Ablehnung führen. Hierzu gehören beispielsweise

  • die Leistungen in naturwissenschaftlichen Schulfächern,
  • das mathematische Verständnis,
  • die gesundheitliche Eignung
  • und die Leistungen in Aufnahmetests sowie -gesprächen.

Wer zur Ausbildung zugelassen wird, absolviert zunächst zwei reine Schuljahre und anschließend ein sechsmonatiges Praktikum in einer Apotheke. Die schulische Ausbildung dient dazu, alle wichtigen Inhalte des Berufs zu vermitteln, das Praktikum soll dann den Transfer in die Praxis ermöglichen. Zu den theoretischen Inhalten der Ausbildung zählen unter anderem

  • Galenik,
  • Botanik,
  • Arzneimittelkunde,
  • pharmazeutische Chemie
  • und rechtliche Aspekte.

Geregelt wird die Ausbildung im PTA-Gesetz. Hier kommt es laut Pharmazeutischer Zeitung im Jahr 2023 zu einer Reform, welche jedoch nichts an der grundsätzlichen Aufteilung der Ausbildung ändert. Als Leistungsüberprüfungen stehen am Schluss des schulischen Teils eine mündliche, eine schriftliche sowie eine praktische Prüfung und am Ende des Praktikums noch einmal eine mündliche Prüfung an. 

Aufgaben von Pharmazeutisch-technischen Assistenten

Nach der Ausbildung sind PTA in Apotheken im direkten Austausch mit den Apothekern tätig. Das Aufgabenfeld ist dabei sehr vielfältig und breit gefächert. Aufgrund der naturwissenschaftlichen Ausrichtung und dem täglichen Umgang mit diesem Thema ist es empfehlenswert, dass Du allgemein über ein persönliches Interesse an Chemie verfügst. Ganz ähnlich ist das auch beim Berufsbild des Chemikers, für das es allerdings ein Bachelor-Studium braucht.

In der Apotheke kümmern sich PTA einen großen Teil der Zeit um die Beratung von Kunden bezüglich deren Medikation. Sie zeigen auf,

  • wie Medikamente eingenommen werden müssen,
  • welche Nebenwirkungen es geben kann
  • und welche rezeptfreien Mittel bei individuellen Beschwerden helfen könnten.

Darüber hinaus sind Pharmazeutisch-technische Assistenten auch damit beschäftigt, Kunden zu weiteren Produkten und der persönlichen Gesundheitsvorsorge zu beraten. Sie führen zudem unterschiedliche Tests wie die Messung des Blutdrucks oder des Blutzuckerwertes durch.

Auch die Herstellung von Medikamenten und Präparaten gehört zu den Aufgaben von PTAs.Auch die Herstellung von Medikamenten und Präparaten gehört zu den Aufgaben von PTAs.

Stehen PTA dann einmal nicht am Tresen, arbeiten sie im hinteren Bereich der Apotheke an der Herstellung von Medikamenten und Präparaten. Dies gilt sowohl für allgemein beliebte Präparate, die stets vorrätig sein sollen, als auch für

  • Zäpfchen,
  • Salben,
  • Tropfen
  • oder Tees,

die individuell für einzelne Kunden hergestellt werden müssen. Parallel gehören auch das Überprüfen von Stoffen hinsichtlich deren Zusammensetzung und Qualität im Labor und die Arbeit mit Datenbanken zu den Aufgaben von PTA.

Pharmazeutisch-technische Assistenten: Das Gehalt

Natürlich ist es nicht unwichtig, wie viel Du als PTA einmal verdienen kannst. Hierbei gilt zunächst: während der schulischen Ausbildung gibt es kein Gehalt. Die zwei Jahre musst Du Deinen Lebensunterhalt folglich aus eigener Kraft bewältigen. Gegebenenfalls könntest du jedoch BAföG beziehen. Ob zusätzlich ein Schulgeld fällig wird und ob es weitere Gebühren für Prüfungen und die Aufnahme gibt, musst Du bei der jeweiligen Schule erfragen.

Das erste Mal bezahlt werden angehende Pharmazeutisch-technische Assistenten während des sechsmonatigen Praktikums im Anschluss an die Schulausbildung. Hier kann das monatliche Einkommen aber durchaus schwanken und liegt zwischen 500 und 700 Euro brutto. Der Gehaltstarifvertrag für Apothekenmitarbeiter sieht 721 Euro brutto vor. Arbeitest Du in einer Apotheke, die nach diesem Tarif zahlt, weißt Du also schon im Vorhinein genau, wie hoch Dein Lohn als Praktikant ausfallen wird.

Das PTA Gehalt fällt je nach Tarifvertrag, Bundesland, Geschlecht und Berufserfahrung unterschiedlich hoch aus.Das PTA Gehalt fällt je nach Tarifvertrag, Bundesland, Geschlecht und Berufserfahrung unterschiedlich hoch aus.

Nach der Ausbildung hängt der Verdienst von mehreren Dingen ab. Zu den Einflussfaktoren gehören

  • eventuell vorhandene Tarifverträge,
  • das Bundesland,
  • das Geschlecht
  • und später die Berufserfahrung.

Die relevanten Tarifverträge für Pharmazeutisch-technische Assistenten

Bei öffentlichen Einrichtungen kann für PTA der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) gelten. Hier verdienen Pharmazeutisch-technische Assistenten als Einstiegsgehalt in Stufe 1 der Entgeltgruppe 6 rund 2.636 Euro brutto. Nach mehreren Jahren Berufserfahrung steigert sich das Gehalt dann stufenweise bis zu einem Wert von 3.256 Euro brutto monatlich.

Abgesehen vom TVöD gibt es im Bereich der Apotheken auch einen weiteren Tarif. Dieser ist sogar sehr relevant, denn viele Apotheken arbeiten als Mitglieder von Verbänden oder Gewerkschaften. Hier sind die Apothekengewerkschaft ADEXA und der Arbeitgeberverband Deutscher Apotheken ADA verantwortlich.

Im Vergleich zum TVöD liegt das Gehalt bei ADA und ADEXA etwas niedriger. Zum Einstieg und in den ersten beiden Jahren erhalten PTA 2.149 Euro brutto. Ab dem 15. Berufsjahr ist dann die höchste Stufe erreicht und Pharmazeutisch-technische Assistenten verdienen 2.783 Euro brutto je Monat (Quelle: PTA Gehalt auf medi-karriere.de).

Wer in einer Apotheke tätig ist, die nicht nach Tarif zahlt, verdient oftmals weniger als in den hier genannten Tarifverträgen vereinbart. Das liegt vor allem daran, dass in der nicht tariflich gebundenen Wirtschaft noch verhandelt werden kann.

Das Bundesland kann Einfluss haben

Bei der Betrachtung von Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigt sich, dass PTA nicht in jedem Bundesland gleich gut verdienen. Besonders hoch liegt das durchschnittliche Gehalt in Berlin. Hier verdienen Pharmazeutisch-technische Assistenten rund 2.847 Euro brutto, während PTA in Sachsen gerade einmal 2.374 Euro erhalten. Für Thüringen sowie Niedersachsen liegt der Wert zwischen 2.400 und 2.500 Euro, in Hamburg, Baden-Württemberg und Hessen bei rund 2.700 Euro.

Männer und Frauen: Gender Pay Gap auch bei PTA

Die Unterschiede in der Vergütung von Männern und Frauen werden in nahezu allen Branchen heiß diskutiert. Auch bei Pharmazeutisch-technischen Assistenten gilt diesbezüglich keine Ausnahme von dieser unausgesprochenen Regel. Im Schnitt verdienen weibliche PTA schlechter als männliche. In der Gesamtheit liegt deren Einkommen bei rund 2.614 Euro brutto im Monat, während Männer 2.928 Euro brutto monatlich verdienen.

Wie genau sich diese Differenz begründen lässt, ist unklar. Fest steht, dass die Schuld nicht in den Tarifverträgen zu suchen ist. Vielmehr könnte es sein, dass freie Apotheken das Gehalt tendenziell geschlechtsabhängig verhandeln. Auch möglich ist ein Einfluss durch die Tatsache, dass PTA ebenfalls außerhalb von Apotheken in der Industrie tätig sein können. 

Berufliche Aussichten für PTA: Das sieht vielversprechend aus

Eine Entscheidung für eine Ausbildung zum Pharmazeutisch-technischen Assistenten ist zweifellos zukunftsfähig. Das Berufsbild ist an eine bereits seit Jahrzehnten bestehende Situation angepasst, die sich auch künftig kaum verändern wird.

Da Apotheken bei der Versorgung der Gesellschaft eine bedeutende Rollen spielen, werden sie von der Kundschaft gut angenommen. Es ist daher nicht damit zu rechnen, dass es in absehbarer Zukunft zu Schwierigkeiten in der Branche kommt. Als PTA genießt Du folglich die Vorzüge eines sicheren Jobs.

Abgesehen hiervon ist es nach der Ausbildung und im Rahmen der beruflichen Tätigkeit möglich, sich als PTA weiterzubilden und Aufstiegschancen zu nutzen. Innerhalb von Apotheken können beispielsweise eine fachliche Spezialisierung und Personalverantwortung für eine bessere Position sorgen. Und gefällt Dir die Arbeit in der Apotheke so gut, dass Du noch tiefer einsteigen möchtest, könnten Dir als Pharmazeutisch-technischem Assistenten sogar spezielle Wege in ein Pharmaziestudium offen stehen.